Mission Deutsche Meisterschaft XY
Geschrieben von: Björn Fischer   


Ein Rückblick sowie ein Bericht zur Deutschen Meisterschaft 2013 der Ixylon-Jollen in
Warnemünde
von Björn Fischer, XY 91


Wie ihr ja wisst, hatten Doreen und ich die Ixylon 91 im Herbst 2011 erworben. Ziel sollte
sein, gemeinsam viele schöne Stunden auf dem Wasser zu erleben und vielleicht bei der
einen oder anderen Regatta teilzunehmen. Doch Doreen wurde schnell klar, das sich ihr
Ehemann nicht mit diversen Kaffeefahrten nach Altensalz zufrieden gibt, denn schließlich
schmerzte die lange Abstinenz vom Regattasport doch sehr.
Die Mission Deutsche Meisterschaft 2013 startete für uns bereits im Jahr 2012. Nach den
Regatten XY-Vogtlandcup 2012 und Saisonfinale Cospuden 2012 hatten wir die geforderte
Anzahl von Wettfahrten und Punkten noch nicht erreicht. Uns war klar, wir müssen trainieren
und segeln, segeln, segeln. Für 2013 hatten wir uns dann eine Liste von vielen Ranglisten-
Regatten zwischen Ostsee und Erzgebirge zusammengestellt. Highlight sollte schließlich die
Deutsche Meisterschaft sein. Doch leider ?, welch glücklicher UMSTAND aus anderer Sicht,
hatte sich unser Wunschkind schneller angemeldet als gedacht. Unsere Mission DM rückte
in weite Ferne, denn schließlich benötigt unser Nachwuchs doch auch ein Kinderzimmer,
welches erst mal gebaut werden muss. Die Folge, keine einzige RL-Regatta bis Juli dieses
Jahres und Doreen als Vorschoter ging ja eh nicht mehr. Mit Marco Lieberth als Vorschoter
meldete ich zum Vogtlandpokal, eine der letzten Qualifikationsregatten vor der DM. Der
gewünschte Einzelerfolg blieb aus, jedoch waren nun mit insgesamt 28,10 die geforderten 25
Qualifikationspunkte gerade so erreicht. Die Teilnahme zur DM schien im Sack, wenn nicht
am Sonntag zur letzten Wettfahrt zwei junge Elbsegler mit ihrem 420er unsere Ixylon massiv
geschädigt hätten . Unser Dank gilt Helmar Becker von der BTM Marine Wassersport
GmbH in Bitterfeld, welcher, trotz anfänglicher Schwierigkeiten mit der Versicherung, doch
noch ein regattataugliches Boot zusagte. Nur mit wem sollte ich nun segeln? Da war ja noch
unser Marc (Gerdsmann; Doreen´s Sohn). Marc hatte schon zeitig sein Interesse zum
Segelsport bekundet und mit seiner gebrauchten EUROPE, welche wir im Herbst 2012 mal
schnell in Dänemark organisiert hatten, die ersten Schläge über die Talsperre mehr oder
weniger gut absolvierte. Ich meldete kurz vor Meldeschluss als 40. Boot zur DM: XY 91,
Björn Fischer SSVEP, Marc Gerdsmann SSVEP. Nur fehlten Marc noch wichtige
Grundkenntnisse des Segelns und die gemeldete Vereinsmitgliedschaft war auch eine Lüge
?. Deshalb gilt unser besonderer Dank dem Maxe, welcher Marc 2 Wochen vor der DM die
Grundzüge des Segelns beibrachte und erfolgreich noch zum Segelschein führte, sowie dem
Vorstand des SSVEP, welcher Marc unkompliziert in die Kreise der Segler aufnahm. Es
konnte losgehen.
Wir packten unseren Segelbus und starteten am Mittwoch, den 21.08. früh Richtung
Warnemünde. Das Org.-Büro im Yachthafen sollte um 15:00 Uhr öffnen. Unser Plan, am
zeitigen Nachmittag als eine der Ersten noch einen schönen Stellplatz auf der Wiese hinter
der Sportschule ergattern zu können ging schon mal kläglich in die Hose, da von den 40
teilnehmenden Booten schon ca. 30 seit Montag zum Trainieren vor Ort waren. Aber wir
wurden mit schönstem Wetter und dem Anblick der an der Kaimauer liegenden „Queen
Elizabeth“ entschädigt, deren Auslaufen wir im Mondschein unter großem TamTam
beiwohnen durften. Wir ließen den Abend bei den Sportfreunden der Marine-Kameradschaft
Werdau ausklingen.
Zur Eröffnung am Donnerstag um 10:00 Uhr offerierte der Wettfahrtleiter einen „Gammeltag“
– kein Wind. Gegen 15:00 Uhr hieß es dann doch: Auslaufen. Die Regattabahn befand sich
westlich des Leuchtturms vor dem Strand. 1. Startversuch unter Flagge „P“ –
Klassenrückruf! 2. Startversuch unter „P“ – Klassenrückruf! 3. Starversuch unter „Schwarzer
Flagge“ – Klassenrückruf, jedoch 5 Boote mit BFD! 4. Startversuch unter „Schwarzer Flagge“
– geglückt! Wir hatten uns bei der Startprozedere wohlweislich etwas zurückgehalten. Der
Wind hatte zwischenzeitlich auf 3 Bft aufgefrischt. Auch während der Wettfahrt hatten wir
mehr mit uns zu tun, als uns mit der Taktik des Segelns auseinanderzusetzen. Es fehlte
schließlich an jeglicher Routine. Ergebnis: 35., also Letzter des Feldes. Hinter uns nur noch
die 5 BFD´s. Toller Auftakt! Unser Highlight des Tages war die abendliche Hafenrundfahrt
zur Rostocker Altstadt und zurück.
Das Ankündigungssignal zur 2. Wettfahrt wurde am Freitag um 10:55 Uhr gegeben. Der
Wind zeigte sich mit 4 Bft aus Ost. Geplant waren 3 Tageswettfahrten. Der Wettfahrtleiter
blieb konsequent beim Start unter schwarz. Nun ob er es wollte oder nicht, Marc musste ins
Trapez. Als „Schiffsführer“ gab ich auch die Anweisung, den Spinnacker im Trapez zu
führen, obwohl Marc das noch nie geübt hatte. Wir erreichten das Ziel als 32.. Immerhin 8
Boote hinter uns. Der Wind war zwischenzeitlich etwas eingeschlafen. Winddrehungen von
bis zu 45° und die Versuche der Wettfahrtleitung einen Kurs zu legen bescherten uns eine
Mittagspause von ca. einer Stunde. Bei leichtem Wind wurde die nächste Wettfahrt gestartet.
Schon unser Start war bescheiden. Am Ende nur 37. Ich habe den Trimm der Ixylon wohl
noch nicht richtig begriffen. Der Wind frischte auf, wieder 4 Bft. Marc schien gefallen am
Wind, Spinnacker und Trapez gefunden zu haben. Es klappte alles schon viel besser. Nach
einer tollen Startkreuz rundeten wir die Bahnmarke 1 so ca. als 15.. Wir hielten uns sogar
unter Spinnacker unter den 20. Die zweite Kreuz wurde uns dann zum Verhängnis, Marc
wollte das Trapez verstellen und ist dabei zu den Quallen gefallen – MOB Manöver,
Zeitverlust. Wir waren wieder letzte des Feldes. Die richtige Taktik ließ im Ziel doch noch
einige Boote hinter uns. Am Ende 32. Am Abend besuchte ich als Gast (bin noch kein
Mitglied) die Versammlung der XY Klassenvereinigung. Es wurde verkündet, dass die
Deutsche Meisterschaft 2014 in Schwerin stattfindet und für den Sommer 2014 eine
Europameisterschaft in Österreich geplant sei.
Schon Samstag früh wurde mir beim Blick auf die See klar, heute gibt es viel Wind. Beim
Start zur 5. Wettfahrt wehte es mit 5 bis 6 Bft aus Ost. Für uns eine Herausforderung. Den
Spinnacker haben wir nur vor dem Wind ausgepackt. Am Ende 28. im Ziel, ein
Achtungserfolg. Wir rochen Lunte. Etwas abflauender Wind zur zweiten Tageswettfahrt. Wir
sind nach dem Start gut dabei, halten uns in der Mitte des Feldes über Dreieck und Schleife.
Der Wind wird wieder etwas stärker. Wellen bis zu 1 m bauen sich auf. Unsere Manöver auf
der Zielkreuz lassen zu wünschen übrig. Wir verlieren. Eine Winddrehung von 15° verwehrt
uns zudem besseres – 36. - Mist. Start zur letzten Wettfahrt. Unsere Kräfte schwinden.
Schoten verheddern sich. Der obere Ruderbeschlag hat sich gelockert. Am Ende noch ein
35. Platz. Auf der Fahrt zum Hafen frischt es nochmal auf. Wir heizen der Ixy noch mal
richtig ein, gleiten mit Halbwind auf der Welle in Richtung Hafen. Nach einigen Getränken
packen wir gleich noch alles zusammen. 18:30 Uhr Siegerehrung, Deutsche Meister 2013
werden Bärbel und Stefan Claus vom Schweriner Yachtclub. Wir beenden die Meisterschaft
mit Platz 36., sind nicht glücklich aber zufrieden und haben viel gelernt. Und dann doch noch
ein Sonderpreis, Marc gewinnt mit seinen 13 Lenzen den Wanderpokal „Jüngster
Teilnehmer“. Von den Pöhlern belegten Weigel/Böhm-SSGR den 8., Küttner/Küttner-SSGR
den 17., Dr. John/Rößiger den 24., Buckenauer (1.SCK) /Stöckl (SSGR) den 28. und Pippig
(SSGR)/Tonne(SSV) den 32. Platz. Zudem gewinnt Dr. John den Sonderpreis „Ältester
Teilnehmer“.
Nach einer tollen Party mit Live-Band und einem super Buffet traten wir am Sonntag früh die
Heimreise an und planten im Bus bereits die Mission DM und EM 2014, soweit es unsere
familiäre Situation erlaubt.
Björn Fischer und Familie